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Schwelbrand – Entstehung und besondere Gefahren

Schwelbrand

Der Schwelbrand zählt neben dem Glimmbrand und dem Offenem Brand zu den drei generell zu differenzierenden Brandarten. Folgend soll darauf eingegangen werden wie sich der Schwelbrand von anderen Brandarten unterscheidet, wo die besonderen Gefahren liegen und wie er erkannt werden kann.

Bei einem Schwelbrand handelt es sich um eine langsame Pyrolyse, welche auch bei minimaler Luftzufuhr selbstständig ablaufen kann. Eine Pyrolyse ist eine thermo-chemische Reaktion von organischen Stoffen durch hohe Temperaturen. Im Klartext bedeutet das: Verbrennt ein Stoff unvollständig durch ungenügende Sauerstoffzufuhr und damit bei geringer Verbrennungstemperatur, spricht man von schwelen, glimmen oder kokeln. Ein Schwelbrand ist somit ein sich langsam ausbreitender Brand bei geringer Verbrennungstemperatur.
Auf Grund der geringen Sauerstoffzufuhr können sich außerdem keine Flammen bilden. So kokelt oder glimmt ein Schwelbrand vor sich hin, was oft dazu führt, dass er oftmals sehr spät erkannt wird. Typische Beispiele für einen gewollten kontrollierten Schwelbrand im Haushalt sind das Abbrennen von Räucherkerzen, Räucherstäbchen oder das Rauchen.

Wie entsteht ein Schwelbrand?

Die möglichen Ursachen für einen Schwelbrand können äußerst vielfältig sein. Als Brandursache bzw. besonders kritischer Bereich werden regelmäßig unsachgemäße und defekte Elektroinstallationen oder überlastete Leitungen genannt. Ebenso können ältere Kabel, bei welchen die äußere Ummantelung nicht feuerfest ist, Ausgangspunkt für Schwelbrände sein. Eine weitere Gefahr stellen auch bei Heißarbeiten entstehende Flammen oder Funken dar. Diese können in Staub oder Fugen langanhaltende Schwelbrände auslösen.

Der Schwelbrand selbst entsteht sehr häufig in Hohlräumen, in welchen sich brennbares Material befindet. In Folge einer sogenannten Beflammung, zum Beispiel durch defekte Kabel, Funkenflug oder auch Beleuchtungskörper kommt es zur Entzündung des brennbaren Materials, welches dann auf Grund der geringen Sauerstoffzufuhr vor sich hin glimmt, sich jedoch immer noch ausbreiten kann.

Die besondere Gefahr von Schwelbränden

Schwelbrände sind äußerst gefährlich, wobei hier verschiedene Gefahren unterschieden werden können. Sobald ein Schwelbrand in einem Bereich ankommt, in welchem Sauerstoff in ausreichendem Maße zur Verfügung steht, kann er sich blitzartig in einen Flammenbrand verwandeln. Eine große und oft unterschätzte Gefahr des Schwelbrandes kann demnach auch in einer möglichen Rauchgasdurchzündung (plötzliches Durchzünden und Abbrennen von Pyrolysegas) oder sogar einer möglichen Rauchgasexplosion (explosionsartiges Entzünden von Rauchgas), gesehen werden.

Eine weitere zentrale Gefahr stellt, wie auch bei anderen Bränden, der entstehende Rauch dar. Dieser enthält Atemgifte, wie zum Beispiel Kohlenstoffmonoxid, gasförmige Blausäure oder Dicyan (giftige, gasförmige, chemische Verbindung), welche bereits nach einigen wenigen Atemzügen zur Bewusstlosigkeit und in Folge zum Tod führen können. Insbesondere Kohlenmonoxid, welches bei unvollständigen Verbrennungen unter geringer Luftzufuhr entsteht ist besonders heimtückisch. Dieses Gas ist farb-, geruch- und geschmacklos und bereits in geringen Konzentrationen tödlich.

Problematik: Schwelbrand erkennen

Eine besondere Gefahr bei dieser Brandart liegt darin, dass Schwelbrände oft sehr spät oder gar nicht erkannt werden. Hier wurden Fälle bekannt, in welchen Schwelbrände über Tage hinweg nicht erkannt wurden und schließlich in massiven Flammenbränden resultierten. Es gibt leider keine allgemein gültige Methode wie Sie einen Schwelbrand erkennen können – zu unterschiedlich sind die Entstehungsorte und Brandverläufe. Dennoch gibt es Anzeichen die auf einen Schwelbrand hinweisen könnten.

So sollte auch auf minimale Brandgerüche (speziell wiederkehrende) reagiert werden. Versuchen sie die Quelle dieser Gerüche ausfindig zu machen. Bei Schwelbränden in Zusammenhang mit Kabelbränden können außerdem Bildstörungen an Fernsehgeräten, flackernde Lampen oder immer wieder herausspringende Sicherungen auftreten.

Auch Rauchmelder sind in der Lage Schwelbrände zu detektieren und sind insbesondere nachts, wenn der menschliche Geruchssinn schläft, unersetzlich. Dennoch muss je nach Modell eine gewisse Rauchkonzentration vorhanden sein, damit der Alarm aktiviert wird. Zusätzlichen Schutz vor giftigen Gasen bieten natürlich auch gezielt platzierte Kohlenmonoxidmelder.