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Geschichte und Entwicklung des Rauchmelders

Die Geschichte der Brand- und Rauchmelder ist sehr eng mit dem Werdegang der Feuerwehren verknüpft. Essentiell für die Brandbekämpfung ist eine schnellstmögliche Detektion des Brandes und sofort eingeleitete Gegenmaßnahmen. In den Zeiten vor der industriellen Revolution wurde der Posten eines Brandmelders noch durch Menschen wahrgenommen, wobei diese Aufgabe oftmals auch durch die Feuerwehren übernommen wurde.

alter FeuermelderWie viele andere Errungenschaften auch, wurden die ersten organisierten Feuerwehrabteilungen von den alten Ägyptern aufgestellt und auch die Römer gründeten im Jahr 21 vor Christus eine erste Feuerwehr, welche anfangs aus etwa 600 Sklaven bestand.
Aus jener Zeit stammen auch die ersten überlieferten Bauvorschriften, welche die Gefahr des Ausbruchs eines Brandes vermindern sollten. So wurden beispielsweise Straßen verbreitert, und größere Abstände zwischen einzelnen Wohnhäusern freigelassen und auch die maximale Bauhöhe eingeschränkt. Der Grund für diese Maßnahmen lag in einer effektiveren und schnelleren Feuerbekämpfung und der Brandeindämmung.

Bekanntermaßen wurden Städte in der Antike und im Mittelalter oftmals von verheerenden Feuerbrünsten heimgesucht, dennoch wurde dieser Gefahr ausschließlich mittels Bauvorschriften, Feuerlöschverordnungen und natürlich den Feuerwehren entgegnet.
Erst ab dem 14. Jahrhundert wurden die ersten Brand- bzw. Feuermelder eingesetzt.
Dabei handelte es sich natürlich nicht um technische Einrichtungen zur Branddetektion, sondern um Menschen, welche von erhöht gelegenen Positionen die Städte beobachteten und im Falle eines Feuers Alarm schlugen. Häufig wurden dafür in Kirchtürmen so genannte Türmerstuben eingerichtet von welchen aus, mögliche Brände oder auch herannahende feindliche Truppen, rasch entdeckt werden konnten. Die Türmer (Wächter) beobachten von hier aus die Stadt bei Tag und Nacht und schlugen bei Gefahr frühzeitig Alarm. Wenn ein Brand entdeckt wurde, wurde dies durch Läuten der Glocke sowie bei Tag durch Schwenken einer roten Fahne und bei Nacht durch eine Laterne signalisiert.

Ab dem Jahr 1851 wurde die Alarmierung selbst, durch strombetriebene Alarmeinrichtungen unterstützt. In Berlin gab es beispielsweise ein Netzwerk, welches aus insgesamt 37 Alarmgebern bestand, welche durch unterirdische Kabel untereinander verbunden waren. Wenn ein Brand entdeckt wurde, konnte die Meldung bzw. Alarmierung von nun an schnell und zuverlässig weitergegeben werden und entsprechende Gegenmaßnahmen eingeleitet werden. Die Überwachung und Detektion des Feuers selbst bedurfte jedoch noch immer eines „menschlichen Brandmelders“.

Vogel – Rauchmelder

Etwa 40 Jahre später entstanden die ersten einfachen „automatisierten Brandmelder“ und machten den Menschen als Feuermelder überflüssig. Dieser erste automatische Brandmelder waren im Prinzip nichts anderes als ein Vogelkäfig in welchem 2 Vögel gehalten wurden. Der bei einem Brand entstehende Rauch führte zur Bewusstlosigkeit bzw. zum Tod der Tiere, wodurch diese in weiterer Folge von ihrer Stange auf den Boden des Vogelkäfigs fielen. Durch das Gewicht des Vogels wurde ein elektrischer Kreislauf geschlossen und der Brandalarm ausgelöst. Zur Vermeidung von Fehlalarmen, beispielsweise bei einem natürlichen Tod des Vogels wurde der Alarm nur ausgelöst wenn beide Vögel auf die Bodenplatte des jeweiligen Käfigs fielen.

Anfang des 20. Jahrhunderts wurden erste vollautomatische Brandmelder entwickelt, welche die Nutzung von Tieren unnötig machten. Diese ersten Modelle konnten jedoch nicht auf eine Rauchentwicklung, sondern ausschließlich auf Hitze reagieren. Hier wurde durch die bei einem Brand entstehende Hitze ein Stromkreis geschlossen wodurch ein optischer und akustischer Alarm ausgelöst wurde.
Die dahinterstehende Technik war denkbar einfach – es wurde ein Stück Butter zwischen zwei Metallkontakte gelegt, welches bei entsprechender Hitzentwicklung schmolz und folglich den Stromkreis schloss, wodurch wiederum der Alarm ausgelöst wurde.

Die ersten Ioniastionsrauchmelder

Mitte des 20. Jahrhunderts wurde jedoch wieder die Rauchentwicklung bei einem Brand Brandkenngröße eingesetzt. Schweizer Wissenschaftlern gelang es einen sogeanannten Ionisationsrauchmelder zu entwickeln. Diese Rauchmelder verfügten über eine Messkammer, in welcher ein gering radioaktiver Stoff  enthalten war. Durch die radioaktive Strahlung innerhalb der Messkammer wurde hier die Luft ionisiert und die elektrische Leitfähigkeit gemessen. Wenn nun Rauchpartikel in die Messkammer gelangte, änderte sich die elektrische Leitfähigkeit und der Alarm wurde aktiviert.

Die Angst vor eventuellen Gefahren durch diese radioaktive Strahlung sorgte dafür, dass sich Ionisationsmelder trotz ihrer enormen Zuverlässigkeit kaum auf dem Markt durchsetzen konnten (insbesondere in Europa).
Erst die Entwicklung der ersten optischen Rauchmelder sorgte für den Durchbruch und eine hohe Akzeptanz von Rauchmeldern in Europa. In optischen Rauchmeldern wird kontinuierlich ein Lichtstrahl in die Rauchkammer des Melders geleitet, welcher bei Eindringen von Rauch gestreut wird, und in weitere folge auf eine Fotozelle trifft.
Dies löst einen Kontakt aus und der Alarm wird aktiviert. Weitere Informationen zur Funktionsweise moderner Rauchmelder finden sie in unserem Artikel „Wie funktionieren Rauchmelder“.

Ab etwa 1970 wurden die Rauchmelder in großem Umfang produziert und damit auch für Privathaushalte erschwinglich. Außerdem wurde die recht aufwändige Montage über das heimische Stromnetz, durch die Nutzung batteriebetriebener Rauchmelder deutlich erleichtert. Heutzutage sind zahlreiche zuverlässige Rauch- und Funkrauchmelder namhafter Hersteller bereits sehr günstig erhältlich, die sich je nach Modell auch optisch ansprechend in die eigenen vier Wände einordnen.
Aktuelle Rauchmelder und Funkrauchmelder finden Sie natürlich in unseren Testberichten!