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Rauchmelderpflicht in Deutschland

Rauchmelderpflicht

Zahlreiche Feuerwehr- und Fachverbände forderten über geraume Zeit die Umsetzung einer lückenlosen Rauchmelderpflicht in Deutschland. Das Argument der Befürworter lag vorallem in der hohen Zahl von Todesopfern durch Brände in Deutschland – diese lag in den 90er Jahren im Durchschnitt bei über 650 Todesfällen pro Jahr. Zudem war auch eine weitaus höhere Zahl an Verletzen zu beklagen.

Untermauert wurde die Forderung nach einer flächendeckenden Rauchmelderpflicht für private Haushalte auch dadurch, dass 95% dieser Todesfälle dabei aus Rauchgasvergiftungen resultierten und sich etwa 80% der Unfälle in den eigenen vier Wänden ereigneten. Zudem wurde auch auf die Erfolgsquoten anderer Länder, welche den verpflichtenden Einbau von Rauchwarnmeldern bereits vor geraumer Zeit verabschiedeten verwiesen. Als Beispiele wurden hier regelmäßig Großbritannien und die USA genannt:

  • In Großbritannien wurde bereits 1992 die gesetzliche Rauchmelderpflicht eingeführt und die Zahl der Todesopfer auf Grund von Bränden sank seitdem um ca. 40%.
  • In den USA existieren in einigen Bundesstaaten bereits seit 1970 Richtlinien zur verpflichtenden Montage von Rauchmeldern, was ebenfalls zu einer Verminderung der Todesopfer um ca. 40% zur Folge hatte.

Trotz dieser dramatischen Zahlen war die Bereitschaft, Privathaushalte freiwillig mit lebensrettenden Rauchmeldern auszustatten, ungeachtet der denkbar einfachen Nachrüstung, äußerst gering. All dies führte letztendlich auch zur schrittweisen Einführung der Rauchmelder Pflicht in Deutschland.

Die aktuelle Situation in Deutschland

(mit interaktiver Karte)

Vorweg zu nehmen ist, dass die Rauchwarnmelderpflicht Landessache ist, die entsprechenden Bestimmungen sind demnach in den jeweiligen Landesbauordnungen festgelegt.
Dies ist auch der Grund dafür, dass die Rauchmelderpflicht nicht zeitgleich in ganz Deutschland eingeführt wurde.

Während die gesetzlichen Grundlagen in einigen Bundesländern sehr zügig geschaffen wurden, dauerte es in vielen Bundesländern mehrere Jahre bis es letztlich soweit war. So war beispielsweise Rheinland-Pfalz das erste Bundesland, in welchem der verpflichtende Einbau von Rauchwarnmeldern umgesetzt wurde.
Fakt ist jedenfalls, dass die Rauchmelderpflicht seit 1. Januar 2017 prinzipiell in sämtlichen Bundesländern durchgesetzt wurde. Das letzte Bundesland welches die vollständige Rauchmelder Pflicht in Deutschland vervollständigte war übrigens Berlin.

Unterschiedliche Bestimmungen und Übergangsfristen für Bestandsbauten

Auch wenn die einzelnen Bundesländer offensichtlich zu dem Entschluss gekommen sind, dass eine Regelung über die Ausstattung von Wohnungen und Wohnhäusern mit Rauchmeldern unerlässlich ist, sind die entsprechenden Regelungen der einzelnen Bundesländer teilweise sehr unterschiedlich.

So wurden in den einzelnen Landesbauordnung, unabhängig vom Datum der Einführung der Rauchmelderpflicht, sehr unterschiedliche Übergangsfristen für bestehende Wohnungen festgelegt. Während alle Neu- und Umbauten bereits am Tag nach Veröffentlichung der aktualiserten Landesbauordnungen in den jeweiligen Gesetzes- oder Verordnungsblättern mit Rauchwarnmeldern ausgestattet werden müssen, wurden für Bestandsbauten Übergangsfristen (teilweise über 10 Jahre) festgelegt. Einen schnellen Überblick über die jeweiligen Stichtage finden Sie auch in der vorangegangenen interaktiven Deutschlandkarte.

Darüber hinaus enthalten die einzelnen Landesbauordnungen teilweise auch unterschiedliche Richtlinien zu den Räumen, in welchen Rauchwarnmelder angebracht werden müssen.
Einige Bauordnungen definieren zudem explizit verschiedene Verantwortungbereiche (Montage und Wartung) bei vermieteten Wohnungen, um eventuelle Kontroversen zwischen Mieter und Vermieter im Voraus auszuräumen.

Zusammenfassung der Bestimmungen einzelner Bundesländer

In folgender Übersicht werden alle relavanten Aspekte der Bestimmungen zur Rauchwarnmelderpflicht in den einzelnen Bundesländern (alphabetische Reihenfolge) zusammengefasst. Dazu zählen das Datum der Einführung, die entsprechenden Übergangsfristen sowie die geforderte Mindestausstattung:

Baden Württemberg

(Details zur Rauchmelderpflicht in Baden Württemberg)

  • Besteht seit 11.07.2013
  • Gilt für alle Wohnungen (Neubauten und Umbauten ab 11.07.2013; Frist für Nachrüstung von Bestandswohnungen endete am 01.01.2015)
  • Mindestanforderungen jeweils ein Rauchmelder für Schlafzimmer, Kinderzimmer und Flure welche als Fluchtweg dienen

Bayern

(Details zur Rauchmelderpflicht in Bayern)

  • Besteht seit 25.09.2012
  • Gilt für alle Wohnungen (Neubauten ab 01.01.2013; Frist für Nachrüstung von Bestandswohnungen bis zum 31.12.2017)
  • Mindestanforderungen jeweils ein Rauchmelder für Schlafzimmer, Kinderzimmer und alle Flure die zu Aufenthaltsräumen führen

Berlin

(Details zur Rauchmelderpflicht in Berlin)

  • Besteht seit 01.01.2017
  • Anwendbar auf alle Wohnungen (Neubauten ab 01.01.2017; Übergangsfrist für Bestandswohnungen bis zum 31.12.2020)
  • Mindestausstattung: Ein Rauchwarnmelder pro Aufenthaltsraum (ausg. Küchen) und allen Rettungswegen von diesen führen

Brandenburg

(Details zur Rauchmelderpflicht in Brandenburg)

  • Besteht seit 01.07.2016
  • Gilt für sämtliche Wohnungen (Neubauten ab 01.07.2016; Frist für die Nachrüstung von Bestandswohnungen bis zum 31.12.2020)
  • Mindestanforderungen jeweils ein Rauchmelder in Aufenthaltsräumen (ausg. Küchen) sowie sämtlichen Fluchtwegen aus diesen

Bremen

(Details zur Rauchmelderpflicht in Bremen)

  • Besteht seit 22.12.2009
  • Gilt für alle Wohnungen (Neubauten seit 22.12.2009; Frist für Nachrüstung von Bestandswohnungen endete am 31.12.2015)
  • Mindestanforderungen jeweils ein Rauchwarnmelder für Schlafzimmer, Kinderzimmer sowie allen Fluren die zu Aufenthaltsräumen führen

Hamburg

(Details zur Rauchmelderpflicht in Hamburg)

  • Eingeführt mit 01.04.2006
  • Gilt für alle Wohnungen (Neubauten seit 01.04.2006; Nachrüstungsfrist für Bestandswohnungen endete am 31.12.2010)
  • Mindestanforderungen jeweils ein Melder für Schlafräume, Kinderzimmer und auf allen Fluren die zu einem Aufenthaltsraum führen

Hessen

(Details zur Rauchmelderpflicht in Hessen)

  • Besteht seit 24.06.2005
  • Gilt für alle Wohnungen (Neubauten seit 24.06.2005; Frist für die Nachrüstung von Bestandswohnungen endete am 31.12.2014)
  • Mindestausstattung: jeweils ein Rauchmelder für Schlafzimmer, Kinderzimmer und auf allen Fluren die als Rettungsweg aus Aufenthaltsräumen dienen

Mecklenburg-Vorpommern

(Details zur Rauchmelderpflicht in Mecklenburg-Vorpommern)

  • Eingeführt am 01.09.2006
  • Gilt für alle Wohnungen (Neubauten und Umbauten seit 18.04.2006; Frist für die Nachrüstung von Bestandswohnungen war bis 31.12.2009)
  • Geforderte Mindestausstattung: je ein Rauchwarnmelder für Schlafzimmer und Kinderzimmer sowie für alle Flure die als Fluchtweg dienen

Niedersachsen

(Details zur Rauchmelderpflicht in Niedersachsen)

  • Besteht seit 01.11.2012
  • Gilt für alle Wohnungen (Neubauten seit 01.11.2012; Frist für die Nachrüstung von Bestandswohnungen endete am 31.12.2015)
  • Mindestanforderung ist ein Melder für jedes Schlafzimmer und jedes Kinderzimmer sowie für Flure die als Fluchtweg dienen

Nordrhein-Westfahlen

(Details zur Rauchmelderpflicht in NRW)

  • Eingeführt am 01.04.2013
  • Gilt für alle Wohnungen (Neubauten seit 01.04.2013; Frist für die Nachrüstung von Bestandsbauten bis 31.12.2016)
  • Mindestanforderung ist jeweils ein Rauchmelder in jedem Schlafzimmer und jedem Kinderzimmer sowie auf Fluren die als Fluchtweg dienen

Rheinland-Pfalz

(Details zur Rauchmelderpflicht in Rheinland-Pfalz)

  • Besteht seit 31.12.2003
  • Gilt für alle Wohnungen (Neubauten und Umbauten seit 31.12.2003; Frist für die Nachrüstung von Bestandsbauten war bis 12.06.2012)
  • Mindestanforderungen jeweils ein Rauchmelder für Schlafzimmer, Kinderzimmer und Flure die als Fluchtweg dienen

Saarland

(Details zur Rauchmelderpflicht in Saarland)

  • Eingeführt am 01.06.2004
  • Gilt für alle Wohnungen (Neu- und Umbauten seit dem 01.06.2004; Die Nachrüstfrist von Bestandsbauten endete am 31.12.2016)
  • Mindestanforderungen jeweils ein Rauchmelder für Schlafzimmer, Kinderzimmer und Flure die als Rettungsweg dienen

Sachsen

(Details zur Rauchmelderpflicht in Sachsen)

  • Eingeführt am 01.01.2016
  • Gilt ausschließlich für Neu- und Umbauten (In Sachsen bestehen derzeit keine Regelungen für bestehende Wohnungen!)
  • Mindestens ein Melder pro Raum in welchem bestimmungsgemäß Personen schlafen, und Fluren die als Fluchtweg dienen

Sachsen-Anhalt

(Details zur Rauchmelderpflicht in Sachsen-Anhalt)

  • Besteht seit 17.12.2009
  • Gilt für alle Wohnungen (Neubauten seit 17.12.2009; Frist für die Nachrüstung von Bestandswohnungen bis zum 31.12.2015)
  • Mindestanforderungen: jeweils ein Melder für Schlafzimmer, Kinderzimmer und Flure die als Rettungswege aus Aufenthaltsräumen dienen

Schleswig-Holstein

(Details zur Rauchmelderpflicht in Schleswig-Holstein)

  • Eingeführt am 01.04.2005
  • Gilt für alle Wohnungen (Neubauten und Umbauten seit 01.04.2005; Frist zur Nachrüstung von Bestandswohnungen war bis zum 31.12.2010)
  • Mindestausstattung: zumindest ein Rauchwarnmeldermelder für Schlafzimmer, Kinderzimmer und Flure die als Fluchtweg dienen

Thüringen

(Details zur Rauchmelderpflicht in Thüringen)

  • Besteht seit 29.02.2008
  • Gilt für alle Neubauten und Umbauten seit dem 29.02.2008; Nachrüstfrist für bestehende Wohnungen endet am 31.12.2018
  • Mindestanforderung ist jeweils ein Rauchmelder in Kinderzimmern, Schlafzimmern sowie in Fluren die als Fluchtweg dienen

Auswirkungen der Rauchmelderpflicht in Deutschland

Nachdem der verpflichtende Einbau von Rauchwarnmeldern in einigen Bundesländern bereits seit mehreren Jahren besteht, stellt sich natürlich die Frage, ob diese Verpflichtung tatsächlich zu einer Reduzierung der Brandopferzahlen führte. Hierfür wurde bereits 2013 die „Sulzburger Studie zur Einführungspflicht von Rauchwarnmeldern“ veröffentlicht, welche zu dem Ergebnis kommt, die Zahl der Todesopfer nach Einführung der Rauchmelderpflicht sinkt.

Ausführliche Informationen sowie eine Interpretation der entsprechenden Studienergebnisse stellen wir in Kürze zur Verfügung. Das Abstract der Studie (pdf) können Sie hier einsehen.